6 Merkmale von nachhaltiger Ernährung

01.03.2023

Wann hast du zuletzt beim Einkaufen wirklich innegehalten? Eine Tomate in die Hand genommen und dich gefragt, wo sie herkommt – und ob das zu dir passt?

Unsere Ernährung hat weitreichende Auswirkungen auf Natur und Menschen weltweit. Leider sind die Lieferketten unserer Lebensmittel so komplex, dass es sich manchmal unmöglich anfühlt, den Überblick zu behalten.

Die gute Nachricht: Nachhaltig zu essen muss nicht kompliziert sein. Es gibt dafür 6 klare Merkmale, an denen du dich orientieren kannst. Sie helfen dir, Lebensmittel mit gutem Gewissen einzukaufen, deine Ressource Gesundheit zu schonen und dabei oft sogar Geld und Zeit zu sparen.

Mit diesem Blogartikel möchte ich dir helfen, deine Nahrungsmittel mit gutem Gewissen einzukaufen. Wenn du dich bei der Auswahl von Lebensmitteln an den folgenden sechs Eigenschaften orientierst, kannst du dich nachhaltig, ressourcenschonend und gesund ernähren:


Die 6 SPUREN-Prinzipien auf einen Blick

Die Anfangsbuchstaben der sechs Merkmale nachhaltiger Ernährung ergeben ein Wort, das du dir leicht merken kannst:

"Nachhaltige Ernährung hinterlässt nur kleine SPUREN"

S – Saisonal

P – Pflanzlich

U – Unverpackt

R – Regional

E – Einfach

N – Natürlich

Diese sechs Merkmale bilden den roten Faden dieses Blogartikels - wir schauen uns gleich jeden Punkt einzeln an.


Saisonal essen: frischer, günstiger, gesünder

Saisonale Lebensmittel, die vor kurzem geerntet und verarbeitet wurden, sind frisch, nährstoffreich und aromatisch. Da sie bis zu uns nur kurze Transportwege haben, können sie wachsen, bis sie voll ausgereift sind – und schmecken deshalb deutlich besser als zu früh geerntetes Obst oder Gemüse, das grün gepflückt und auf dem Weg zur Reife gebracht wird.

Da saisonale Produkte nicht monatelang gekühlt und gelagert werden müssen, spart ihre Produktion erheblich Energie. Zudem kommen sie oft mit geringen Mengen an Dünger und zusätzlichem Wasser aus, weil das aktuelle Klima ihren natürlichen Anforderungen entspricht.

Ein unterschätzter Vorteil: Wer saisonal isst, erlebt eine große Abwechslung übers Jahr. Das ist wichtig für unseren Körper, aber auch für die Psyche. Und weil saisonale Produkte zeitweise im Überfluss vorhanden sind, sind sie oft günstiger als importierte Alternativen.

Wer saisonal isst, tritt außerdem automatisch in einen anderen Rhythmus ein: den Rhythmus der Natur, statt den des Supermarktregals. Erdbeerzeit im Juni, Kürbis im Herbst, Kohl im Winter: Das ist Slow Living auf dem Teller!

💡 Tipp: Drucke dir einen Saisonkalender aus oder lade eine App herunter – so weißt du beim Einkauf immer, was gerade Saison hat.

Pflanzlich: die effizienteste Wahl für Mensch und Planet

Aus ökologischer Sicht sind Tiere als Nahrungsmittel ineffizient: Sie benötigen viel Futter und Wasser, das sie in viel geringere Mengen Fleisch, Milch und Eier umwandeln. Laut einem Bericht der Albert Schweitzer Stiftung werden für ein Kilogramm Rindfleisch etwa zwei Kilogramm Getreide als Futtermittel benötigt. Der Wasserbedarf über den gesamten Herstellungsprozess, also inklusive Futteranbau und Trinkwasser, wird auf etwa 15.000 Liter geschätzt. Als Nebenprodukte entstehen große Mengen an Gülle und Methan, die problematische Auswirkungen auf unsere Umwelt haben.

Studien zeigen außerdem, dass wir auch auf persönlicher Ebene von einer überwiegend pflanzlichen Ernährung profitieren. Beispielsweise sinkt das Risiko für viele chronische Krankheiten wie Übergewicht, Diabetes Typ 2 oder Bluthochdruck für Menschen, die sich pflanzenbasiert ernähren. Pflanzliche Lebensmittel sind zudem oft günstiger als tierische Produkte.

Dabei geht es nicht darum, von heute auf morgen vegan zu leben. Es geht darum, den Anteil tierischer Lebensmittel zu überdenken und schrittweise zu reduzieren – so, wie es sich für dich stimmig anfühlt.

💡 Tipp: Tausche einmal pro Woche Hackfleisch gegen rote Linsen, oder ersetze Milch im Müsli durch Haferdrink. Kleine Schritte addieren sich.

Unverpackt einkaufen: weniger Müll, mehr Frische

Für das Verpackungsmaterial von Lebensmitteln werden erhebliche Mengen an Wasser, Energie und Rohstoffen benötigt. Wer unverpackte Lebensmittel kauft, reduziert nicht nur Plastik- und Verpackungsabfälle, sondern kauft oft automatisch frischere Ware in besserer Qualität. Lebensmittel unverpackt zu transportieren und zu verkaufen ist natürlich nicht immer sinnvoll, aber es gibt immer mehr Möglichkeiten dafür.

Der große Vorteil von unverpackter Ware ist, dass du immer genau so viel kaufen kannst, wie du brauchst. Keine angefangenen Packungen, die du irgendwann entsorgen musst und nicht nutzen kannst, obwohl du dafür bezahlt hast. Wenn ein Nahrungsmittel unverpackt angeboten wird, ist es meistens automatisch frisch und von guter Qualität. Damit diese Eigenschaften erfüllt werden, ist unverpackte Ware oft auch regional.

💡 Tipp: Starte mit einer Kategorie – zum Beispiel Hülsenfrüchte, Nüsse oder Getreide – und kaufe diese von nun an unverpackt.

Regional: kurze Wege, gutes Gewissen

Auch wenn die Definition von „regional“ nicht ganz eindeutig ist, geht es hier um Lebensmittel mit relativ kurzen Transportwegen. Das reduziert CO₂-Emissionen und Feinstaub, und stärkt regionale Betriebe, Landwirt:innen und Strukturen für Ort.

Für Lebensmittel, die nicht in deiner Umgebung angebaut oder hergestellt werden, gibt es oft alltagstaugliche Alternativen,:

  • Hirse statt Quinoa,
  • Dinkel statt Reis,
  • Leinsamen statt Chiasamen,
  • Hafermilch statt Kokosmilch.

Regionales Obst und Gemüse ist meistens gleichzeitig saisonal, und dementsprechend frisch, nährstoffreich und oft günstig. Der Wochenmarkt ist dafür eine der besten Anlaufstellen: direkter Kontakt zu Erzeuger:innen, transparente Herkunft, saisonales Angebot.

Und: Ein Besuch auf dem Wochenmarkt ist mehr als Einkaufen – er ist eine bewusste Entscheidung gegen Anonymität und für Verbindung. Mit Menschen, mit Jahreszeiten, mit dem, was vor der eigenen Haustür wächst - ganz im Sinne von Slow Living.

Im Slow Living Starter-Guide erkläre ich dir, was Slow Living eigentlich ist (und was nicht), an welchen Stellschrauben du drehen kannst und welche Konzepte dir dabei helfen, das Tempo im Alltag rauszunehmen. Außerdem bekommst du 99 konkrete Ideen, wie du deinen Alltag entschleunigen kannst!


Einfach: weniger Verarbeitung, mehr Nährstoffe

Dieser Punkt betrifft vor allem die Verarbeitung: unkomplizierte Zutatenlisten, wenige Verarbeitungsschritte, möglichst naturbelassene Lebensmittel. Hoch verarbeitete Lebensmittel sind weniger nachhaltig, da bei jedem industriellen Verarbeitungsschritt Energie und Wasser verbraucht werden. Außerdem entsteht durch die Lieferung der einzelnen Komponenten zur Produktionsstätte zusätzlich Verpackungsmüll und Transportaufwand.

„Einfache“ Lebensmittel, die also gar nicht oder nur wenig verarbeitet sind, enthalten noch viele Nährstoffe, da sie schonend hergestellt wurden, ohne intensive Wärme- oder Chemiebehandlung. Weiterer Pluspunkt: Sie sind oft günstiger als hoch verarbeitete Produkte.

Auch bei der Zubereitung zu Hause kannst du durch einfache Rezepte Zeit und Geld sparen - und dich gleichzeitig gesund und abwechslungsreich ernähren.

💡 Tipp: Probiere das Baukasten-Prinzip aus: eine Gemüsesorte + eine Hülsenfrucht + eine Beilage = eine vollwertige, einfache Mahlzeit.

Natürlich: Bio als Investition in deine Gesundheit

Bio-Lebensmittel werden ökologisch angebaut, also möglichst ressourcen- und umweltschonend. Trotz unterschiedlicher Siegel haben alle Bio-Lebensmittel gemeinsam, dass sie unter dem Gesichtspunkt des Umweltschutzes, der nachhaltigen Nutzung von Boden und der artgerechten Tierhaltung hergestellt werden.

Studien zeigen, dass sich diese Bemühungen auch im Endprodukt zeigen, und somit direkten Einfluss auf unsere Gesundheit haben. In der konventionellen Landwirtschaft werden Pestizide und Antibiotika eingesetzt, die wir dann teilweise ebenfalls zu uns nehmen. Naturbelassene Lebensmittel sind nachweislich gesünder.

Falls dir Bio-Lebensmittel zu teuer sind, achte vermehrt auf die anderen Aspekte. Oder denke über folgende Betrachtungsweise nach: Geld für teurere, pestizidfreie Lebensmittel auszugeben, ist eine Investition in deine langfristige Gesundheit. Pestizide können viele Krankheiten auslösen, die dich später wiederum viel Zeit und Energie kosten können.

💡 Tipp: Bio lohnt sich besonders bei Produkten mit dünner Schale, die du mitisst, zum Beispiel Erdbeeren, Äpfel, Paprika, Blattgemüse.

Zusammenfassung: Nachhaltig essen leicht gemacht

Nachhaltige Ernährung ist kein starres Regelwerk, dem du zu 100 % entsprechen musst. Es geht darum, bewusstere Entscheidungen zu treffen – Schritt für Schritt, so wie es zu deinem Alltag passt.

Auf nachhaltige Ernährung zu achten ist relativ unkompliziert, wenn du dich an diesen sechs Merkmalen orientierst: saisonal, pflanzlich, unverpackt, regional, einfach und natürlich. Die Anfangsbuchstaben dieser Eigenschaften helfen dir dabei, dir alle sechs zu merken:

"Nachhaltige Ernährung hinterlässt nur kleine SPUREN".

Beim Thema Nachhaltigkeit spielen neben den ökologischen natürlich auch soziale Aspekte eine Rolle. Ein Indikator dafür, ob ein Produkt fair hergestellt wurde, ist in den meisten Fällen ein Siegel oder ein Zertifikat. Da sich dahinter unterschiedliche Schwerpunkte und Anforderungen verbergen, habe ich sie in dieser einfach gehaltenen Übersicht nicht extra aufgeführt. Wie anfangs erwähnt, ist dieses Thema sehr komplex und umfassend. Ich habe daher versucht, den Fokus auf die Auswirkung nachhaltiger Ernährung auf dein Wohlbefinden zu lenken.

Häufige Fragen (FAQ)

Was ist nachhaltige Ernährung – kurz erklärt?

Nachhaltige Ernährung bedeutet, Lebensmittel so auszuwählen, dass sie sowohl für die eigene Gesundheit als auch für Umwelt, Klima und Gesellschaft möglichst wenig Schaden anrichten. Die sechs SPUREN-Prinzipien – saisonal, pflanzlich, unverpackt, regional, einfach, natürlich – bieten eine einfache Orientierung im Alltag.

Muss ich sofort alles umstellen, um nachhaltiger zu essen?

Nein – und das wäre auch kontraproduktiv. Nachhaltige Ernährung ist kein Alles-oder-Nichts-Prinzip. Wähle ein oder zwei der SPUREN-Prinzipien aus, die dir am leichtesten fallen, und baue von dort aus weiter. Konsistente kleine Veränderungen wirken langfristig stärker als kurzfristige radikale Umstellungen.

Ist nachhaltige Ernährung teurer?

Nicht zwangsläufig. Saisonal und regional einzukaufen ist oft günstiger als Importware. Pflanzliche Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Haferflocken oder Kartoffeln gehören zu den günstigsten überhaupt. Und wer weniger wegwirft und bewusster einkauft, spart am Ende häufig mehr, als er oder sie ausgibt.

Was hat nachhaltige Ernährung mit Slow Living zu tun?

Nachhaltige Ernährung und Slow Living ergänzen sich natürlich: Beide setzen auf Bewusstheit, Entschleunigung und langfristiges Denken statt kurzfristiger Impulse. Wer achtsam isst, isst meistens auch ruhiger, dankbarer – und mehr im Einklang mit dem eigenen Körper und der Natur.

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Hey, ich bin Sina. Ich bin überzeugt davon, dass wir mit dem Konzept „Slow Living“ entspannt und zufrieden leben können. Eine achtsame, nachhaltige Lebensweise kombiniert mit einem guten Zeitmanagement entschleunigt unseren Alltag langfristig - quasi natürlich.

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