22. März 2023

Nachhaltige Alternativen zum Neukauf


Sarah Lazarovic hat in Anlehnung an die Maslowsche Bedürfnishierarchie eine “Kaufhierarchie der Bedürfnisse” in Form einer Pyramide entworfen. Wenn wir bei einem Kaufbedürfnis jede einzelne Stufe von unten nach oben prüfen, können wir oft Neukäufe vermeiden und somit Geld sparen und Ressourcen schonen. In diesem Blogartikel beschreibe ich sechs nachhaltige Alternativen zum Neukauf und gebe dir Tipps für die Umsetzung.

Die Pyramide für nachhaltigen Konsum (Bild: © Sarah Lazarovic)

Nutze, was du hast

Wenn du das Gefühl hast, etwas Neues kaufen zu müssen, überlege dir zuerst, welchen Zweck es eigentlich erfüllen soll. Besitzt du bereits einen Gegenstand, der diesen Zweck genauso gut erfüllen kann?

  • Kleidung: Brauchst du wirklich noch eine zusätzliche Hose/Bluse/Jacke/…? Kannst du bestimmte Kleidungsstücke zu verschiedenen Anlässen tragen/kombinieren?
  • Deko, Schmuck, Accessoires, Kosmetik: Kannst du diese Dinge neu anordnen oder kombinieren? Welche davon hast du schon so lange nicht mehr getragen, dass sie auf andere Menschen neu und unbekannt wirken?
  • Elektrogeräte: Ist dein Smartphone kaputt, oder nur nicht mehr ganz so schnell wie am Anfang? Ist dein Fernsehbild wirklich verpixelt, oder kommt es dir nur so vor nachdem du auf dem neusten Gerät eines Freundes einen Film gesehen hast?

Stelle dir diese Fragen ein paar Wochen lang vor jedem Kauf. Versuche, Spontankäufe zu vermeiden und überlege dir, ob du wirklich etwas Neues benötigst oder einfach nur den Wunsch nach Veränderung hast. Wenn wir nutzen, was wir bereits besitzen, lernen wir genügsam zu sein und uns mit einfachen Dingen zufrieden zu geben.

In diese Kategorie der nachhaltigen Alternativen fällt auch das Reparieren und Upcyclen. Nur weil etwas kaputt ist, musst du es nicht wegwerfen und neu kaufen. Viele Dinge lassen sich reparieren, es gibt unzählige Anleitungen im Internet. Und vieles lässt sich in einer anderen Funktionsweise weiterverwenden.

Leihe es aus

Wenn du etwas brauchst, was du selbst nicht besitzt, überlege dir, von wem du es leihen könntest. Vor allem seltener genutzte Dinge wie Werkzeug, Gartengeräte, Koffer/Reisetaschen und manche Küchengeräte lassen sich oft unter Familie oder Freunden teilen. Für Bücher, Spiele und Musik gibt es Bibliotheken. Man kann aber auch Kleidung, Spielzeug, Werkzeug, technische Geräte oder Deko für Feiern leihen. Wenn du etwas benötigst, gibt den Begriff zusammen mit “leihen” in einer Suchmaschine ein und du wirst höchstwahrscheinlich fündig werden.

Weniger fürs Ausleihen geeignet sind natürlich Gegenstände, die sich schnell abnutzen wie Stifte oder Kerzen. Aber auch hier lohnt es sich, bei Bekannten nachzufragen, ob ungenutzte Reste herumliegen, die du verwenden kannst.

Tausche es

Manchmal möchte man etwas nicht nur kurzfristig ausleihen, sondern länger nutzen. Hier kann ein Tausch Sinn machen: beide, du und dein Tauschpartner, erhalten etwas Neues und können dafür etwas Altes abgeben. Neben den eigenen Freunden und Bekannten kann man auch mit anderen Menschen tauschen:

  • auf Kleidertauschpartys bringt jede:r aussortierte Kleidung mit, und darf genauso viele Teile wieder mit nach Hause nehmen.
  • in öffentliche Bücherschränke kann man jederzeit aussortierte Bücher einstellen und sich an den vorhandenen Büchern bedienen - auch, wenn der “Tausch” mal nur in eine Richtung geht.
  • auf verschiedenen Online-Tausch-Plattformen kann man angeben, was man gerne hätte und was man dafür loswerden möchte bzw. anzubieten hat.

Kaufe es gebraucht

In vielen Fällen ist es für die Funktionstüchtigkeit eines Gegenstandes egal, ob er einen kleinen Kratzer hat oder nicht dem allerneusten Stand der Technik entspricht. Bevor du etwas neu kaufst, suche auf Plattformen für Gebrauchtes bzw. Second-Hand-Ware danach. Wenn es nicht dringend ist, kannst du deine Suche auch speichern und wirst benachrichtigt, wenn es ein neues Angebot dafür gibt. Außerdem gibt es in vielen Städten Second-Hand-Läden für Bücher, Möbel, Kleidung und Haushaltsgegenstände. Um ein Gefühl für das Angebot zu bekommen, stöbere doch einfach mal dort, auch wenn du nichts Konkretes brauchst. So kannst du gegebenenfalls gut einschätzen, in welchem Laden du am ehesten deine Alternative zum Neukauf finden kannst.

Stelle es her

Relativ weit oben auf der Nachhaltigkeitspyramide steht die Empfehlung, etwas selbst herzustellen. Hierfür werden natürlich Material und Energie gebraucht. Deshalb: Falls du ein neues Kleidungsstück nähen willst, nutze dafür lieber alte Kleidung, als extra neuen Stoff zu kaufen. Für neue Deko nutze aussortierte Gegenstände, anstatt im Baumarkt alle Komponenten neu zu kaufen.

Falls du etwas selbst herstellst, brauchst du pro Gegenstand normalerweise mehr Energie als in der Massenfertigung. Dafür fallen die Transportwege weg. Es kann also sinnvoll sein, etwas selbst herzustellen, es ist aber nicht immer die nachhaltigste Alternative.

Kaufe es neu

Manchmal geht es einfach nicht anders - wir müssen etwas neu kaufen. In diesem Fall empfehle ich dir, auf die gängigen Nachhaltigkeitskriterien zu achten: Wurde es fair und ökologisch produziert? Wurden dafür weder Mensch noch Natur ausgebeutet? Gibt es einen regionalen oder lokal produzierenden Hersteller dafür? Je nach Art des Produkts können auch Siegel dabei helfen, eine gute Wahl zu treffen. Eine große Hilfe hierbei sind auch Läden und Online-Shops, die sich auf Nachhaltigkeit spezialisiert haben. Achte auch auf qualitativ hochwertige Produkte.

Fazit

Die sogenannte Nachhaltigkeitspyramide hilft uns im Alltag, Kaufentscheidungen zu überdenken und nachhaltige Alternativen zu finden.

Mit den Empfehlungen auf den untersten vier Pyramidenstufen schonst du auch deinen Geldbeutel im Vergleich zum Neukauf. Wenn du möglichst oft auf einen Neukauf verzichtest, kannst du das gesparte Geld dafür für die oft vergleichsweise teureren, nachhaltig produzierten Waren ausgeben.

Hast du noch mehr konkrete Tipps für die einzelnen Stufen? Hinterlasse mir gerne einen Kommentar dazu!

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Hey, ich bin Sina. Ich bin überzeugt davon, dass wir mit dem Konzept „Slow Living“ entspannt und zufrieden leben können. Eine achtsame, nachhaltige Lebensweise kombiniert mit einem guten Zeitmanagement entschleunigt unseren Alltag langfristig - quasi natürlich.

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