Gut genug statt perfekt: Das gibt mir im Mama-Alltag Energie

13.07.2026

Schon lange bevor ich Mama wurde, habe ich damit begonnen, meinen Alltag zu entschleunigen. Wie wertvoll es ist, langsamer und einfacher zu leben, ist mir aber erst bewusst geworden, als ich Kinder bekommen habe.

Deshalb folge ich mit diesem Blogartikel dem Aufruf zur Blogparade von Veronika Julmi zum Thema „Gut genug statt perfekt: Was gibt dir im Mama-Alltag wirklich Energie?“ Auf ihrem Blog möchte Veronika (werdenden) Mamas zeigen, dass gesunde Ernährung nicht kompliziert sein muss.

In meinem Beitrag zeige ich, wie ich mir Ernährung und andere Aspekte des Mama-Alltags einfacher und leichter mache. Dabei habe ich wieder festgestellt, dass Slow Living ganz besonders für Mamas sehr wertvoll sein kann.

Kurze Planungs-Routinen für volle Tage

Besonders bewährt haben sich für mich kleine Routinen, die ich auch machen kann, wenn ich müde bin oder der Tag chaotisch ist. Dazu gehört zum Beispiel, dass ich jeden Abend kurz schaue, was am nächsten Tag ansteht, was gemacht werden muss und wann ich dafür Zeit habe. Dabei entsteht kein starrer Tagesplan, sondern ich skizziere mir eine Möglichkeit, wie ich den Tag möglichst entspannt überstehen könnte.

Genauso plane ich am Wochenende die kommende Woche vor. Indem ich mir bewusst mache, an welchen Tagen es eng wird, welche Termine anstehen und vielleicht vorbereitet werden müssen, und wann es die Möglichkeit geben könnte, mich ein bisschen rauszunehmen, habe ich im Alltag eine gute Orientierung und bleibe gelassener.

Neben Terminen und Aufgaben mache ich mir auch einen groben Essensplan. An welchem Tag gibt es welches Gericht, was muss ich dafür vorbereiten, und wann kann ich das tun? Auch Sport bzw. Bewegung habe ich bei der Wochenplanung auf dem Schirm: Welche Wege kann ich zu Fuß erledigen? Wann kann ich spazieren oder schwimmen gehen?

Über weitere Routinen und Methoden, um als Mama mehr Selbstfürsorge in meinen Alltag zu integrieren, habe ich auch einen ausführlichen Blogartikel geschrieben - du findest ihn hier. Ein wichtiger Begleiter im Alltag ist auch mein Klemmbrett - dort landet der ganze Mental Load.

Mein Klemmbrett: Hier landet der ganze Mental Load.

Sowohl bei der Planung, als auch den anderen Routinen ist mir aber immer wichtig, dass ich mir selbst keinen Druck mache oder den Anspruch habe, jeden Tag ausgeglichen und gut gelaunt zu sein. Ich baue soviel Selbstfürsorge ein, wie ich kann, und wenn es nicht ausreicht, dann habe ich eben mal weniger Energie.

Grundbedürfnisse decken für konstante Energie

Ernährung, Bewegung, Pausen und Schlaf sind für mich die Grundpfeiler der Selbstfürsorge. Diese Komponenten versuche ich jeden Tag mitzudenken und darauf zu achten, dass dafür Zeit ist.

Ausreichend Schlaf ist für mich sehr wichtig, und gleichzeitig fällt es mir besonders schwer, genug davon zu bekommen. Gerade abends, wenn die Kinder im Bett sind, kümmere ich mich gern um die Dinge, die mich interessieren oder mir eine Freude machen. Dabei werde ich entweder nicht so schnell müde, oder es fällt mir schwer, damit dann wieder aufzuhören. Deshalb stelle ich mir oft einen Wecker, um rechtzeitig ins Bett zu kommen.

Bei Pausen verhält es sich ähnlich: Die Füße hochzulegen und nichts zu tun, fällt mir immer noch schwer. Ich habe aber festgestellt, dass es mir tagsüber auch ausreicht, mich regelmäßig zurückzuziehen und ein paar Minuten für mich zu haben. Ob ich in dieser Zeit aus dem Fenster starre oder die Wäsche zusammenlege, ist fast egal. Hauptsache, niemand will etwas von mir.

Bewegung versuche ich einfach im Alltag mitzudenken. Ich nutze selten das Auto, meistens bin ich mit den Kindern zu Fuß oder auch ein Stück mit dem ÖPNV unterwegs. Das dauert zwar oft länger, ich muss mich dann aber abends nicht unbedingt nochmal aufraffen, noch zum Sport zu gehen. An 2-4 Tagen pro Woche mache ich das trotzdem, weil es mir Energie gibt und ich dort „Sina“ bin, nicht „Mamaaaa“ 😊

 

Ausgewogene Ernährung als Basis

Ich versuche, mich gesund und ausgewogen zu ernähren, weil ich weiß, dass mein Körper eine ganze Menge unterschiedlicher Makro- und Mikronährstoffe braucht, damit ich gut durch den Tag komme. Das klappt natürlich nicht immer und bei weitem nicht so gut, wie ich mir das vorstelle. Um an vollen Tagen trotzdem genug Mama-Energie zu haben, nutze ich oft das Baukastensystem:

  • Eine kohlenhydratreiche Beilage, am besten Vollkorn,
  • dazu Proteine in Form von Hülsenfrüchten,
  • und 1-2 Handvoll Gemüse, notfalls aus dem Tiefkühlfach.

Dazu Gewürze, Toppings oder eine einfache Soße - fertig. Ich finde immer eine Gelegenheit zu essen, egal wie stressig es ist. Essen hat bei mir eine SEHR hohe Priorität!

Wenn es zeitlich reinpasst, mache ich auch Meal Prepping. Das bedeutet bei mir dann nicht, dass ich ganze Gerichte vorkoche, sondern die einzelnen Komponenten. So habe ich sie an stressigen Tagen schnell zur Hand und kann sie spontan nach Lust und Laune kombinieren.

Auch ein Baukastensystem-Essen: Nudeln mit Linsenbolognese (Linsen, Tomatensoße, Karotten, Zwiebeln)

Gesunde Snacks als schnelle Stärkung

Auch bei vollwertigen Hauptmahlzeiten brauche ich 2-3 Snacks am Tag. An warmen Tagen trinke ich dann gern eine kalte Schoko-Bananen-Milch: Hafermilch, Banane, Kakao und Nussmus in den Mixer - lecker und sättigend, und ein bisschen süß.

Ansonsten greife ich auf Obst (gern auch mit Nussmus), Nussriegel, Müsli oder auch mal Zartbitterschokolade zurück. Auch, wenn es nicht immer mit den gesunden Alternativen klappt: Ich versuche beim Snacken immer erst den Hunger zu stillen, und dann eventuell noch der Lust auf Süßes nachzugeben - dafür reicht dann auch wirklich ein kleines Stück Schokolade oder ein einzelner Keks.

 

Erwartungen runterschrauben für mehr Gelassenheit

Obwohl ich sehr genaue Vorstellungen davon habe, wie ich mich gerne ernähren würde, klappt es im Alltag nicht immer. Anstatt mich dann zu stressen oder bis spät abends in der Küche zu stehen, habe ich den Anspruch an mich selbst stark heruntergeschraubt: Ich muss nicht jeden Tag mit frischen Zutaten kochen - Tiefkühlgemüse spart sehr viel Zeit. Außerdem gibt es bei mir oft an 2-3 Tagen hintereinander das gleiche Gericht, statt täglich wechselnder Menüs.

In Bezug auf meine Wohnung bin ich ebenfalls viel gelassener geworden. Ich liebe Ordnung und ich habe es gern übersichtlich und minimalistisch. Momentan wäre eine stets aufgeräumte Wohnung aber mit einem sehr hohen Zeit- und Energieaufwand verbunden - den spare ich mir lieber für andere Aktivitäten auf. Wie das genau aussieht, habe ich in meinem Blogartikel Geständnis einer Minimalistin: Ich lebe zurzeit im Chaos! beschrieben.

Von uns Mamas wird außerdem oft erwartet, dass wir immer geduldig und gut gelaunt sind. Deshalb bin ich von Anfang an offen damit umgegangen, wie viel Energie ich gerade habe. Auf die Frage „Wie geht es dir?“ habe ich selten einfach mit „Gut“ geantwortet, sondern eher mit „Es ist alles in Ordnung, aber ich bin sehr müde.“ Auch meinen Kindern sage ich ganz ehrlich, wenn ich müde und erschöpft bin. Ich gebe ihnen nicht die Schuld dafür, aber ich lasse sie wissen, dass ich gerade nicht so viel Energie habe und eher einen ruhigen Nachmittag brauche.

 

Meine Empfehlungen für stressige Phasen

Wenn ich - privat oder beruflich - mit Mamas zu tun habe, die gerade das Gefühl haben, nicht genug zu schaffen, thematisiere ich vor allem drei Dinge:

  • Mach dir immer wieder klar: Du bist nicht allein. Es ist alles zu viel, es kommt dir nicht nur so vor. Du kannst gar nicht alles schaffen, und das ist okay. Politik, Wirtschaft, Gesellschaft - sie alle haben immense Erwartungen an uns Mamas, die wir gar nicht zu 100 % erfüllen können. Du tust dein Bestes und bist eine tolle Mama.
  • Entschleunige deinen Alltag so gut du kannst, nimm Tempo und Druck raus. Nutze jeden Spielraum, den du hast. Es gibt viele unterschiedliche Möglichkeiten, wie du deinen Alltag entschleunigen kannst.
  • Verschaffe dir einen Überblick, plane vorausschauend und manage deine Aufgaben flexibel, damit du gut reagieren kannst, wenn etwas dazwischen kommt. Als Mentorin für Zeitmanagement & Selbstorganisation setze ich in meinen Angeboten genau da an: weniger Druck, weniger Stress, dafür mehr Überblick und Flexibilität. Damit kannst du dich erstmal freischwimmen, dir erste kleine Atempausen verschaffen, und dann nach und nach weitere Maßnahmen umsetzen.

In meinem wöchentlichen Newsletter bekommst du noch mehr Slow-Living-Tipps und Einblicke in meinen Alltag:

 

Kollektives Umdenken für spürbare Entlastung

Neben diesen Maßnahmen im individuellen Alltag braucht es aber auch ein kollektives Umdenken, damit der Mama-Alltag leichter werden kann. Drei Beispiele dafür:

 

Die Erwartungen, die wir und andere an uns haben

Das fängt bei der blitzeblank geputzten Wohnung an, geht über die einwandfrei erzogenen Kinder bis hin zu guter Laune und Geduld, am besten rund um die Uhr. Ich habe in den letzten Jahren vieles hinterfragt von dem, was ich als „normal“ in Bezug auf Kinder und Familienalltag empfunden habe. Dabei habe ich immer wieder festgestellt, dass ein unbewusstes „das macht man halt so“ den Alltag unnötig kompliziert und anstrengend machen kann. Genauso wichtig finde ich es aber, dass wir auch anderen Mamas wohlwollend und unvoreingenommen gegenübertreten - wir wissen nicht, wie ihr Tag bisher gelaufen ist.

 

Mehr Gemeinschaft & Miteinander

Wir brauchen wieder ein Dorf, und zwar nicht erst, wenn die Kinder da sind. Es darf leichter werden, als (frische) Mama auf alte Netzwerke und Freundschaften zurückzugreifen, Hilfe anzunehmen aber auch aktiv anzufragen. Ich habe das Gefühl, als Eltern trauen wir uns manchmal nicht so richtig, kinderlose Personen in unserem Bekanntenkreis einzubinden. Aber eine Freundin, die jetzt noch kein Kind hat, hat vielleicht gerade Kapazitäten, mir etwas abzunehmen. Und wenn sie ein paar Jahre selbst Mama wird, sind meine Kinder schon größer und selbstständiger, sodass ich ihr dann im Gegenzug ebenfalls helfen kann.


Das Tempo und den Druck rausnehmen

Unsere Welt dreht sich immer schneller, aber unsere Kinder sind nur ein paar Jahre so klein und schutzbedürftig. Es darf leichter werden, auch mal Nein zu sagen, mit unperfekten Lösungen zufrieden zu sein und nicht immer und überall dabei sein zu müssen. Wir dürfen uns den Mama- und Familienalltag wieder leichter machen, indem wir sowohl zeitlich als auch räumlich Freiraum schaffen. Weniger Termine, weniger haben-müssen, mehr Raum zum Atmen und einfach Sein.

 

Zusammenfassung

Damit ich in meinem Mama-Alltag genug Energie habe, müssen vor allem meine Grundbedürfnisse nach gesunder Ernährung, ausreichend Schlaf und regelmäßiger Bewegung gestillt sein. Außerdem nutze ich Methoden aus Zeitmanagement & Selbstorganisation um vorausschauend zu planen und gelassen zu reagieren, wenn es stressig oder chaotisch wird. Gleichzeitig mache ich mir immer wieder bewusst, dass sowohl meine eigenen als auch die Erwartungen anderer sehr hoch sind und ich gar nicht alles schaffen kann.

Deshalb empfinde ich das Konzept von Slow Living auch als besonders hilfreich für Mamas. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten und Ansatzpunkte, den eigenen Alltag zu entschleunigen, mehr Ruhe reinzubringen und dadurch auch wieder mehr Zeit und Energie für die eigenen Bedürfnisse zu haben. Abseits von Perfektionismus und starren Regeln geht es einfach darum, den eigenen Alltag bewusst zu gestalten, Dinge zu hinterfragen und loszulassen. Erst, wenn wir das Tempo rausnehmen, können wir wirklich Energie tanken und ganz für uns und andere da sein.

Slow Living begleitet mich schon seit vielen Jahren - aber du stehst vielleicht noch am Anfang. Deshalb habe ich einen ausführlichen Starter-Guide geschrieben. Dort erkläre ich dir, was Slow Living eigentlich ist (und was nicht), an welchen Stellschrauben du drehen kannst und welche Konzepte dir dabei helfen, das Tempo rauszunehmen. Außerdem bekommst du 99 konkrete Ideen, wie du deinen Alltag entschleunigen kannst!

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Hey, ich bin Sina. Ich bin überzeugt davon, dass wir mit dem Konzept „Slow Living“ entspannt und zufrieden leben können. Eine achtsame, nachhaltige Lebensweise kombiniert mit einem guten Zeitmanagement entschleunigt unseren Alltag langfristig - quasi natürlich.

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