15. März 2023

Mein Weg zu einer nachhaltigen Lebensweise


Als ich darüber nachgedacht habe, seit wann und warum ich nachhaltig lebe, konnte ich tatsächlich einen Wendepunkt in meinem Leben ausmachen: ein Auslandssemester in Norwegen. Ich habe mich schon als Kind für Natur und Umwelt interessiert, aber im Laufe der Schulzeit ist das Interesse dafür verloren gegangen, andere Dinge wurden wichtiger.

Während und vor allem nach meiner Zeit in Norwegen ist mir bewusst geworden, dass ich an meiner Lebensweise etwas ändern möchte. Dabei ging es erstmal um weniger Stress, mehr Bewegung, gesündere Ernährung und bewussteren Konsum. Erst ein paar Jahre später habe ich gemerkt, dass genau diese Dinge zu einem nachhaltigen Alltag gehören.


Vor dem Auslandssemester

Anfang 2012 habe ich mich im Rahmen meines Ingenieursstudiums für ein Auslandssemester beworben. Zum Glück gab es nicht viele Bewerber - schnell stand fest, dass ich das 5. Semester meines Bachelorstudiums an der Uni in Bergen verbringen könnte. Schon in der Schule, aber vor allem im Studium habe ich viel Zeit und Energie ins Vor- und Nachbereiten gesteckt, habe fleißig gelernt und versucht, die Lerninhalte zu verstehen und anzuwenden. Das Pensum im Studium war vergleichsweise hoch, ich hatte immer das Gefühl, noch mehr machen zu müssen. Die paar Stunden pro Woche, in denen ich mir Freizeit genommen habe, waren meistens schon früh verplant. Ich habe mich einseitig ernährt, viel Fleisch und Kohlenhydrate gegessen.  Ich war oft schlapp, unmotiviert oder überfordert, und habe mich manchmal einfach nur durchgekämpft - vor allem in der Prüfungszeit.

Für das Auslandssemester habe ich mich hauptsächlich entschieden, weil ich gerne reise und zumindest mal in einer anderen Umgebung lernen und arbeiten wollte.

Bryggen, ein Wahrzeichen von Bergen

Während des Auslandssemesters

Schon kurz nach meiner Ankunft in Bergen war klar: Obwohl ich für meine Vorlesungen mehr Leistungspunkte bekommen würde, als in einem normalen Semester zu Hause, war das Arbeitspensum viel geringer. Nicht nur die Präsenzzeit, auch die Übungsaufgaben und der inhaltliche Umfang der Vorlesungen waren geringer, als ich es gewohnt war. Durch den glücklichen Zufall, dass ich mehr Leistungspunkte für weniger Zeitaufwand angerechnet bekommen würde, konnte ich endlich mal durchatmen und meine Zeit in Norwegen voll auskosten.

Ich habe schnell enge Freunde gefunden, mit denen ich viel unternehmen konnte - Wanderungen, Wochenendtrips, Partys, Sport, Faulenzen und lange Gespräche in den Gemeinschaftsküchen unseres Studentenwohnheims. Ich konnte spontan sein und musste kein schlechtes Gewissen haben, wenn ich an einem Tag nicht dazu kam, mich an den Schreibtisch zu setzen. Ohne es gezielt versucht zu haben, wurde ich wieder viel entspannter und gelassener, konnte meinen Alltag wieder mehr genießen.

Aussicht vom Ulriken, dem höchsten der sieben Berge um Bergen

Mehr Zeit zu haben bedeutete aber auch, mehr zu reisen, durch die Stadt zu schlendern und wieder mehr selbst zu kochen. Hier habe ich natürlich schnell gemerkt, dass Lebensmittel und Konsumgüter in Norwegen um einiges teurer sind als in Deutschland. Also fing ich an, bewusster zu konsumieren: mehr Gemüse, weniger Fleisch. Keine neuen Klamotten, solange keine alten ersetzt werden mussten. Statt Kino oder Streaming raus in die Natur. Statt mit dem Flugzeug mit dem Zug verreisen (in Norwegen war das tatsächlich günstiger). Ich habe viele kleine Entscheidungen getroffen um Geld zu sparen, die aber auch dafür gesorgt haben, dass ich viel nachhaltiger und bewusster gelebt habe als davor.

Sonnenuntergang am Ende einer langen Wanderung

Nach dem Auslandssemester

Glücklicherweise hatte ich nach meiner Heimkehr noch zwei Monate frei, bevor mein nächstes Semester in Deutschland anfing. In dieser Zeit habe ich angefangen, erste Gewohnheiten aus meinem norwegischen Alltag in meinen deutschen Alltag zu integrieren. Ich wollte auch hier mehr Gelassenheit, Entspannung, Spontaneität und Entschleunigung. Ich habe angefangen, regelmäßig laufen zu gehen, auf Fleisch zu verzichten und bewusster zu konsumieren. Auch wenn es noch ein paar Monate gedauert hat, irgendwann musste ich über gewisse Dinge gar nicht mehr nachdenken und habe es tatsächlich geschafft, auch in meinem gewohnten Umfeld aus alten Gewohnheiten auszubrechen und neue zu etablieren.


Fazit

Das Ziel meines Auslandssemesters war eigentlich, an einer anderen Uni zu studieren, zu reisen und eine neue Kultur kennenzulernen. Gelernt habe ich aber - vor allem auf persönlicher Ebene - so viel mehr. Die vier Monate in Norwegen haben mein Leben nachhaltig verändert - im wahrsten Sinne des Wortes:

  • Ich habe gelernt, mit weniger Geld umzugehen beziehungsweise es gezielt für Dinge auszugeben, die mir wirklich wichtig sind oder guttun.
  • Ich habe gemerkt, wie gut mir gesunde Ernährung und viel Bewegung an der frischen Luft tun.
  • Ich habe mir angeeignet, meinen Alltag weniger vollzupacken, mir meine Zeit besser einzuteilen und Pufferzeiten freizulassen.

Mein Auslandssemester ist jetzt über zehn Jahre her - trotzdem lebe ich immer noch nach diesen Prinzipien und habe in den letzten Jahren festgestellt, dass auch die Natur und Umwelt von dieser Lebensweise profitieren.

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Hey, ich bin Sina. Ich bin überzeugt davon, dass wir mit dem Konzept „Slow Living“ entspannt und zufrieden leben können. Eine achtsame, nachhaltige Lebensweise kombiniert mit einem guten Zeitmanagement entschleunigt unseren Alltag langfristig - quasi natürlich.

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