4. August 2023

Slow Living: Entschleunigung für mehr Lebensqualität


Slow Living bezeichnet eine Lebensphilosophie, bei der es darum geht, bewusster zu leben und das Tempo unseres Alltags zu reduzieren. Es bedeutet, das eigene Leben zu entschleunigen und an Sinnhaftigkeit, Einfachheit und Erfüllung zu orientieren. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Ansatz „weniger ist mehr“, wobei es sich um freiwillige Einfachheit und Entschleunigung handelt. Slow Living steht für den Wunsch nach Entschleunigung, mehr Zeit und kleinen Momenten der Freude, für das Verlangen nach einem ausgewogenen Lebensstil und ganzheitlichem Wohlbefinden

Bei Slow Living handelt es sich um einen Gegenentwurf zum Höher-Schneller-Weiter in all unseren Lebensbereichen. Es geht darum, das Tempo unseres Lebens wieder selbst zu bestimmen, anstatt fremdbestimmt durch den Tag getrieben zu werden. Slow Living kann uns dabei helfen, erfüllter und ausgeglichener zu sein, anstatt ständig das Gefühl zu haben, etwas zu verpassen. Es unterstützt uns darin, auf unsere Bedürfnisse zu achten und dadurch auch leistungsfähig, resilient und effizient zu sein.

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Unser Alltag: Hektik und Stress

Unser Alltag ist geprägt von Hektik, Stress und Schnelllebigkeit. Wir haben oft das Gefühl, dass die Zeit an uns vorbeirauscht. Wir sind ständig gehetzt, gefangen im Hamsterrad, immer hinterher bei unseren unzähligen To-dos und Terminen. In unserer westlichen Gesellschaft wird Zeit als linear angesehen, sie verrinnt einfach ohne, dass wir etwas dagegen tun können, und wir haben sie nur begrenzt zur Verfügung. Deswegen versuchen wir, so viel wie möglich in diese begrenzte Zeit hineinzuquetschen, um unsere Lebenszeit bestmöglich auszunutzen. Wir wägen ständig ab, wie wir etwas so schnell wie möglich erledigen können.

Der Versuch, Zeit möglichst effizient zu nutzen oder sogar zu „sparen“ zieht sich durch unseren gesamten Alltag. Im Arbeitsalltag werden Pausen oft nicht eingehalten oder Überstunden gemacht, weil die ursprünglich angesetzte Arbeitszeit nicht gut genug „genutzt“ wurde. Wir essen Fast Food, anstatt uns in Ruhe selbst etwas zu kochen. Wir fahren mit dem Auto, anstatt zu Fuß zu gehen. Um Zeit zu sparen, nehmen wir viele gesundheitliche Nachteile in Kauf - weniger Bewegung, ungesunde Ernährung, dauerhaft im Alarmzustand. Dadurch sind wir sind zunehmend gehetzt, gestresst und damit anfälliger für psychische und physische Krankheiten. Aber auch bevor wir tatsächlich krank werden, sind wir schlecht gelaunt, unmotiviert und fühlen uns einfach nicht gut - obwohl wir doch so viel für unsere Gesundheit tun.


Entschleunigung durch Slow Living

Eigentlich wären wir gerne entspannter und trotzdem produktiv. Wir wünschen uns, mehr Zeit zu haben und auch die kleinen Momente in vollen Zügen genießen zu können. Wir wollen unser Leben wieder leben, anstatt nur durchzurennen. Gleichzeitig müssen wir aber Familie, Arbeit, Haushalt, Hobbys, Sport und Sozialkontakte unter einen Hut bringen, mit Verpflichtungen und Abhängigkeiten jonglieren, jederzeit erreichbar sein und uns dabei selbst nicht aus den Augen verlieren. Viele von uns haben ein durchgetaktetes Leben, in denen eine Tätigkeit beinahe nahtlos in die nächste übergeht - und Ausruhen ebenfalls zur „Aufgabe“ wird. Auch der Weg zur Entschleunigung kann ein intensiver Prozess sein: Ein entscheidender Faktor für Freiraum und Freiheit ist ein gutes Zeitmanagement. Dafür müssen wir unsere Bedürfnisse, Prioritäten und Werte kennen, und unser Leben sinnvoll organisieren, neue Strukturen schaffen und alte Gewohnheiten gehen lassen. Oft werden wir von der schnelllebigen Welt überwältigt, und es fällt uns schwer, unsere Zeit sinnvoll zu nutzen.

Durch die Prinzipien von Slow Living lernen wir, bewusster zu leben und uns auf das Wesentliche zu konzentrieren. Indem wir uns Zeit für Selbstreflexion nehmen, erkennen wir, welche Aspekte unseres Lebens wirklich bedeutsam sind. Das ermöglicht es uns, uns von unnötigem Ballast zu befreien und Zeit und Energie in die Dinge zu investieren, die uns Freude bereiten und unseren Zielen und Werten entsprechen. Bewusst gewählte Langsamkeit ist für uns manchmal schwer auszuhalten, kann uns aber dabei helfen, Dinge wirklich zu genießen. Es gibt inzwischen auch Bewegungen, die sich auf die Verlangsamung einzelner Tätigkeiten spezialisiert haben: Slow food, slow travel, slow work.

Egal in welchem Lebensbereich, die große Herausforderung unserer Zeit lautet: Langsamer machen! Wenn wir lernen, den Moment zu genießen, anstatt auf ein paar ruhige Jahre am Ende unseres Lebens hinzuarbeiten, können wir entspannter mit Herausforderungen und ungeplanten Ereignissen umgehen. Anstatt uns das Tempo unseres Lebens von Außen vorgeben zu lassen, ermächtigt uns Slow Living dazu, selbstbestimmt unseren Alltag zu gestalten. Es geht nicht darum, die Füße hochzulegen oder alles nur noch in Zeitlupe auszuführen und Fristen nicht einzuhalten! Unser Leben lässt sich nicht planen, unvorhergesehene Ereignisse können jederzeit zu Stress führen. Mit einer entspannten Grundhaltung und der Kenntnis unserer Bedürfnisse können wir die Geschwindigkeit unseres Alltags an unsere persönlichen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen anpassen.


Verschiedene Aspekte von Slow Living

Slow Living ist ein ganzheitliches Lebenskonzept mit dem Ziel der Entschleunigung, bei dem verschiedene Aspekte berücksichtigt werden. Die Basis bilden unsere Grundbedürfnisse wie beispielsweise Schlaf, gesunde Ernährung, Bewegung und soziale Interaktionen. Die folgenden Ansätze können uns dabei helfen, unsere Bedürfnisse nachhaltig zu befriedigen, anstatt sie zu kompensieren.


Achtsamkeit & Selbstfürsorge

Das Ausmaß der einzelnen Bedürfnisse ist sehr individuell und ändert sich oft auch im Laufe unseres Lebens. Deshalb ist es so wichtig, dass wir uns nicht einfach vom Strudel an Aufgaben, Verpflichtungen und Verlockungen mitreißen lassen, sondern in erster Linie auch für uns selbst sorgen. Wir müssen uns mit unseren Bedürfnissen auseinandersetzen und uns selbst liebevoll behandeln. Für die Erfüllung unserer Bedürfnisse brauchen wir Achtsamkeit und Selbstfürsorge - am besten kontinuierlich und nicht erst, wenn es schon fast zu spät ist. Das eigene Energielevel ständig im Auge zu haben und bei Bedarf Pausen zu machen, sich gesund zu ernähren und genug zu bewegen, reicht nicht nur am Wochenende oder im Urlaub, sondern muss Teil unseres Alltags sein, wenn wir entspannt und gelassen leben wollen. Nur, wenn wir gut für uns selbst sorgen, können wir für gut für andere sorgen - das ist das Prinzip der Atemmaske im Flugzeug. Mit einer gelassenen Grundhaltung und einem entspannten Nervensystem können wir viel angemessener auf stressige Situationen oder unvorhergesehene Ereignisse reagieren, als mit einem angespannten Körper und einem gestressten Kopf. Außerdem können wir durch eine gewisse Langsamkeit und Achtsamkeit wieder besser mit unseren Gefühlen umgehen und brauchen weniger Kompensation und Ablenkung.

Bei Slow Living geht es auch um Genuss und Wertschätzung kleiner Freuden im Alltag. Egal ob es sich um ein leckeres Essen, ein inspirierendes Buch oder einen Spaziergang in der Natur handelt. Dieser Bereich steht auch für die weibliche Energie, für das sogenannte Yin: genießen, empfangen, vertrauen, sorgen, kümmern - das sind alles sogenannte weibliche Qualitäten. Als ganzheitliches Konzept hat Slow Living aber auch einen männlichen Yang-Anteil, bei dem es mehr ums Planen, Strukturieren, Umsetzen und Machen geht:


Zeitmanagement & Selbstorganisation

Slow Living bedeutet nicht, nur noch die Füße hochzulegen, Termine und Fristen verstreichen zu lassen und in Zeitlupe zu leben. Es bedeutet, trotz Entschleunigung produktiv sein und seinen Verpflichtungen nachzukommen, sich hohe Ziele zu stecken und Träume, falls nötig, mit harter Arbeit zu verwirklichen. Wer sich selbst und seine Bedürfnisse gut kennt, kann sowohl sein Arbeitsleben als auch seinen privaten Alltag darauf ausrichten. Anstatt Zeit nur möglichst effizient zu managen, wird achtsames Zeitmanagement praktiziert: die eigenen Prioritäten kennen und sich nicht ablenken lassen. Zeitmanagement bedeutet nicht, unsere Aufgaben immer schneller zu erledigen und deshalb maximal produktiv zu sein. Es bedeutet viel mehr, zu priorisieren und auch unsere Bedürfnisse nach Schlaf, gesunder Ernährung und geistiger Erholung ausreichend einzuplanen.

Auf den Verlauf der Zeit haben wir genau genommen gar keinen Einfluss, darum ist auch die Selbstorganisation so wichtig. Wie kann ich mich organisieren, damit ich möglichst stressfrei leben und arbeiten kann? Brauche ich Ordnung oder Chaos, Rituale oder Spontaneität, große Mahlzeiten oder kleine Snacks? Es gibt viele „Baustellen“ in unserem Alltag, über die wir immer wieder stolpern, die uns Energie und Zeit kosten. Eine durchdachte Selbstorganisation kann dabei helfen, entspannter und ruhiger zu leben - es ist bereits an alles gedacht. Wenn wir unsere Tage und Wochen bewusst strukturieren, können wir leichter Zeit für Dinge finden, die sonst zu kurz kommen. Wir haben wieder mehr Zeit für persönliches Wachstum und Entfaltung, für ehrenamtliches Engagement und zwischenmenschliche Beziehungen. Auch das Familienleben kann durch bewusstes Zeitmanagement entspannt und entschleunigt werden.


Minimalismus & bewusster Konsum

Ein Kernaspekt unter dem Ansatz „weniger ist mehr“ ist natürlich unser Konsumverhalten - materiell und immateriell. Die Idee, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren sieht nicht nur aufgeräumt aus, sie hilft uns auch sehr dabei, unseren Alltag zu entschleunigen. Es geht darum, überflüssige Ablenkungen und Belastungen zu reduzieren. Weniger materieller Besitz bedeutet weniger aufzuräumen, weniger Stauraum zu benötigen, weniger Geld für Staumöglichkeiten ausgeben zu müssen, vielleicht auch weniger Miete zahlen zu müssen und weniger arbeiten zu können. Das Wort „Verzicht“ ist oft negativ behaftet, bewusst gewählt bedeutet es aber Freiheit und Klarheit: Minimalismus zielt darauf ab, sich nur mit Dingen zu beschäftigen, die einen echten Wert und Nutzen für uns haben.

Beim bewussten Konsum steht das Hinterfragen von Kaufentscheidungen im Vordergrund: Kleidung, Kosmetik, elektronische Geräte, Lebensmittel, Möbel, Spielzeug, etc. Was brauche ich wirklich, was verbessert mein Leben nachhaltig? Es geht hierbei nicht darum, sich nichts mehr zu gönnen, sondern auch das bewusst zu tun. Neben materiellen Konsumgütern wird bei Slow Living auch der Umgang mit Medien reflektiert: Nachrichten, Social Media, Serien, Messenger - wie viel Zeit wollen wir wirklich damit verbringen? Je weniger wir konsumieren, desto mehr Zeit hat unser Gehirn und unser Nervensystem, um sich zu entspannen und die Eindrücke zu verarbeiten. Je weniger Gegenstände wir für einen bestimmten Zweck besitzen, desto weniger Entscheidungen müssen wir treffen.


Nachhaltigkeit & Naturverbundenheit

Eng verbunden mit Minimalismus und bewusstem Konsum ist auch der Gedanke der Nachhaltigkeit. Ob es um unsere eigenen oder die planetaren Ressourcen geht: Damit wir lange etwas davon haben, müssen wir schonend damit umgehen. Nachhaltigkeit bedeutet, eine Ressource nur so zu nutzen, dass sie auch zukünftigen Generationen - oder unserem zukünftigen Ich - in einem Ausmaß zur Verfügung steht, mit dem Bedürfnisse weiterhin gut gedeckt werden können. Slow Living führt zu einem reduzierten Ressourcenverbrauch, dem Konsum qualitativ hochwertiger Produkte und nachhaltiger Mobilität. Indem wir uns weniger auf materielle Dinge konzentrieren, reduzieren wir unseren ökologischen Fußabdruck und haben mehr Raum für umweltbewusstere Lebensweisen.

Neben unserem direkten Umfeld spielt auch die Natur eine zentrale und essenzielle Rolle im Slow-Living-Konzept. Wenn wir viel Zeit im Freien verbringen, fühlen wir uns mit unserer Umwelt verbunden und können uns wieder besser auf die Rhythmen der Natur einlassen. Unsere technischen Innovationen erlauben es uns, weitgehend entkoppelt von der Natur zu leben, unser Körper ist aber evolutionär gesehen noch gar nicht so weit - wir brauchen die Natur trotzdem noch. Die Natur um uns herum dient der Erholung, Inspiration, Ruhe und Erdung in unserer hektischen Welt. Sie unterstützt uns dabei, das Leben intensiver zu erleben, anstatt nur in Bildschirme zu starren.

In der Natur können wir ganz im Hier und Jetzt ankommen und lassen fast automatisch die Hektik des Alltags hinter uns. Unser Geist kann sich beruhigen und wir können wortwörtlich aufatmen. Die Geräusche von Tieren und Pflanzen, Wasser und Wind sind für uns sehr angenehm und beruhigend. Wir empfinden die geringe Geräuschkulisse oft sogar als eine Art Stille. Auf Spaziergängen im Wald, durch Wiesen und Felder können wir uns mit uns und unseren Gedanken beschäftigen, ohne ständig abgelenkt oder gehetzt zu werden.

Auch die natürlichen Rhythmen beeinflussen uns, wenn wir es zulassen. Slow Living lädt dazu ein, die Veränderungen der Jahreszeiten bewusst wahrzunehmen und zu genießen. Wir können die Schönheit des Frühlings, die Wärme des Sommers, die Farben des Herbstes und die Ruhe des Winters bewusst erleben und uns an den natürlichen Rhythmen orientieren. Dementsprechend können wir im Sommer mit viel Energie unseren Alltagbewältigen, während wir im Winter lieber einen Gang herunterschalten und uns weniger zumuten. Indem wir die Natur bewusst in unser Leben integrieren und uns Zeit nehmen, um sie zu erleben und zu genießen, können wir uns erden und unsere Sinne beleben. Die Natur hilft uns dabei, uns mit dem Wesentlichen zu verbinden und den Moment zu leben. Sie ist ein integraler Bestandteil des Slow-Living-Konzepts, der uns daran erinnert, dass wir Teil eines größeren Ganzen sind und dass die Schätze des Lebens oft in den einfachsten Dingen zu finden sind.


Familie & Gemeinschaft

Für viele von uns ist Stress und Überlastung auch eine Folge davon, dass überall Personalmangel herrscht. Im Job, in der Familie, beim Ehrenamt: Überall brennt es, überall müsste viel mehr getan werden, überall sind wir mit hohen Erwartungen konfrontiert. Um langfristig Stress zu reduzieren und unseren Alltag zu entschleunigen, brauchen wir starke Netzwerke. Wir müssen nicht alles alleine schaffen! Soziale Kontakte sind viel mehr als Unterhaltung und Spaß, sie können uns unheimlich entlasten. Angelehnt an die Idee des ganzen Dorfes, das es braucht, um ein Kind zu erziehen, können wir in vielen Lebensbereichen Kooperationen eingehen. Wenn wir auf einen kleinen Teil unserer Privatsphäre verzichten und weniger isoliert als einzelne Haushalte leben, können wir auch Teile der Hausarbeit (waschen, kochen, einkaufen) untereinander aufteilen.

Dieser Aspekt gehört zwar nicht zum Kernkonzept von Slow Living, kann uns aber sehr dabei unterstützen, langsamer zu leben. Wenn wir uns lokal vernetzen, untereinander austauschen, gegenseitig aushelfen und auch Wissen miteinander teilen, stärken wir unser Gefühl von Zugehörigkeit und Sicherheit - beides ebenfalls Grundbedürfnisse, die wir sonst durch Geld oder Besitz befriedigen wollen. Anstatt unser Wissen und unsere Fähigkeiten nur in unserer Lohnarbeit für andere einzusetzen, können wir uns auch im Freundeskreis und der Nachbarschaft damit einbringen und uns so vor Ort mit anderen Menschen vernetzen. Ein gutes soziales Netzwerk hilft uns, stressige und herausfordernde Situationen abzufangen und durchzustehen. Gleichzeitig bereitet es uns Freude, anderen Menschen in schwierigen Zeiten beizustehen. Diese befriedigende Mischung aus Geben und Nehmen ist aber nur möglich, wenn wir uns wirklich darauf einlassen und uns Zeit dafür nehmen!


Geschwindigkeit drosseln auf drei Ebenen

Mit Slow Living verbinden wir in erster Linie die Gestaltung unseres persönlichen, individuellen Alltags: Was kann ich tun, damit ich weniger gestresst bin und mehr Zeit für die schönen Dinge des Lebens habe? Aus meiner Sicht ist es aber wichtig, dieses Konzept auf verschiedenen Ebenen umzusetzen:

  • Als Einzelperson auf persönlicher Ebene,
  • in unserem direkten Umfeld (Familie/Freunde/Nachbarschaft) auf lokaler Ebene,
  • in unserer Gesellschaft auf globaler Ebene.

Vor allem auf die letzten beiden Punkte haben wir erstmal weniger Einfluss, als auf den ersten Punkt. Gleichzeitig können wir unsere persönliche Lebensweise nur in dem Maß gestalten, wie es die Rahmenbedingungen zulassen. Global gesehen wird unser Alltag momentan vom Kapitalismus geprägt, also genau dem Schneller-Höher-Weiter, dem wir eigentlich entkommen wollen. Deshalb ist es wichtig, zwar an uns zu denken und uns an unseren persönlichen Bedürfnissen zu orientieren, aber gleichzeitig auch das große Ganze im Blick zu behalten. Der freiwillige Verzicht, bewusster Konsum und eine nachhaltige Lebensweise sind letztendlich Privilegien, die nur einem kleinen Teil der Weltbevölkerung möglich sind. Während wir schrittweise mehr Langsamkeit in unser eigenes Leben bringen, können wir auch unseren Einfluss innerhalb eines Unternehmens oder in der Politik nutzen, um Denkanstöße zu geben und Ideen zu entwerfen, wie wir aus der immensen Beschleunigung seit der Industrialisierung wieder heraus kommen.


Ähnliche Konzepte

Es gibt verschiedene Lebenskonzepte, die ähnliche Prinzipien wie Slow Living betonen und darauf abzielen, ein bewussteres, erfüllteres und nachhaltigeres Leben zu führen. Hier sind einige davon:

  1. Minimalismus: Minimalismus für sich alleine gestellt, zielt darauf ab, sich von überflüssigen Besitztümern zu befreien und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Es geht darum, einen bewussteren Umgang mit Materialismus und Konsum zu entwickeln, um Raum für mehr Freiheit, Klarheit und Sinn zu schaffen.
  2. Hygge: Dieses dänische Konzept dreht sich um Gemütlichkeit, Wohlbefinden und die Schaffung einer warmen und einladenden Umgebung. Hygge betont das Genießen der kleinen Freuden des Lebens, wie gemeinsame Mahlzeiten, Kerzenlicht und Zeit mit geliebten Menschen.
  3. Lagom: Ursprünglich aus Schweden stammend, bedeutet Lagom "genau richtig" oder "im Gleichgewicht". Es betont die Idee, ein maßvolles und ausgewogenes Leben zu führen, wobei weder zu viel noch zu wenig angestrebt wird.
  4. Ikigai: Ein japanisches Konzept, das sich auf den Sinn des Lebens, die persönliche Leidenschaft, das, wofür man bezahlt wird, und das, was die Welt braucht, konzentriert. Ikigai betont das Streben nach einer tiefen Verbindung mit dem eigenen Lebenszweck.
  5. Essentialismus: Ähnlich wie Minimalismus betont Essentialismus die Wichtigkeit, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und unnötigen Ballast zu reduzieren. Dabei geht es darum, klare Prioritäten zu setzen und Energien auf das zu lenken, was wirklich zählt.
  6. Frugalismus: Hierbei handelt es sich um einen sparsamen Lebensstil, der darauf abzielt, finanzielle Freiheit zu erreichen und sich auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren.
  7. Wabi-Sabi: Ein japanisches Konzept, das die Schönheit in der Unvollkommenheit und Vergänglichkeit betont. Es lädt dazu ein, das Natürliche, Einfache und Authentische zu schätzen.

Diese Lebenskonzepte teilen grundlegende Werte wie Achtsamkeit, Bewusstsein, Nachhaltigkeit und Fokus auf das Wesentliche. Sie bieten verschiedene Wege, wie Menschen ein erfüllteres und bedeutungsvolleres Leben gestalten können, das im Einklang mit ihren individuellen Werten und Bedürfnissen steht. Sie lassen sich oft nicht strikt voneinander abgrenzen und überlappen sich in einigen Bereichen.

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Fazit

Das Konzept Slow Living ist ein Gegenentwurf zum Prinzip von Höher-Schneller-Weiter, das uns Werbung und Industrie ständig schmackhaft machen wollen. Statt Zeitdruck, Überfluss und Lärm sollen Entschleunigung, Minimalismus und die Natur unseren Alltag bestimmen. Slow Living zeigt uns, dass weniger wirklich mehr ist und verbindet bewussten Konsum mit effektivem Zeitmanagement, Achtsamkeit mit Genuss und uns mit der Natur.

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Hey, ich bin Sina. Ich bin überzeugt davon, dass wir mit dem Konzept „Slow Living“ entspannt und zufrieden leben können. Eine achtsame, nachhaltige Lebensweise kombiniert mit einem guten Zeitmanagement entschleunigt unseren Alltag langfristig - quasi natürlich.

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